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Spätsommer im Glas - Marmeladengeschichten

By September 27, 2015

Der Spätsommer wird lecker! Neben Spekulatius und Lebkuchen liegen nämlich tatsächlich doch auch noch spätsommerliche Früchte in den Regalen der Supermärkte. Und an den Bäumen der Obstwiesen hängen auch jede Menge Zwetschgen, Äpfel, Mirabellen und Co. Während auf dem Acker daneben der Rotkohl und seine Freunde aufs ernten warten. Und wenn man sich vom Spätsommer noch etwas aufbewahren möchte, sperrt man ihm am besten schnell in ein Einmachglas rein.  



Ich war also nicht untätig die letzten Tage und habe fleißig die Töpfe brodeln lassen. Bislang im Glas gefangen genommen wurden Holunder, Zwetschgen und Rotkohl. Und weil das alles doch noch ein sehr eintönig, dunkelrotes Trio ist, kommt die nächsten Tage noch Bratapfelmarmelade dazu. Ich muss dazu nur erst wieder mein Einmachglas-Sortiment aufstocken. So schnell wie ich sie befüllen könnte, werden die Gläser bei uns nicht leer. Denn alte Marmeladen- oder Aufstrich Gläser wandern bei uns nicht in den Glascontainer sondern werden ausgekocht und dann für selbst gemachte Marmelade aufgehoben. Ist doch günstiger als welche zu kaufen. 



Das Obst für die leckeren Marmeladen, Gelees habe ich nicht aus dem Supermarktregal sondern direkt aus der Natur "geklaut". Schmeckt dann noch tausend Mal besser. Wer also die Möglichkeit hat, die Früchte und Gemüse direkt vom Baum, Strauch oder Acker zu ernten, der sollte das dem Supermarkt auf jeden Fall vor ziehen. Vor allem den Holunder gibt es, glaube ich, gar nicht im Geschäft zu kaufen. Dafür wächst er fast überall am Wegesrand - einfach mal Ausschau halten. Da es die Wiese mit den Zwetschgenbäumen nicht mehr gibt, auf der ich früher zusammen mit meiner Oma  Zwetschgen geerntet habe, musste ich diesmal auf Zwetschgen vom Markt zurück greifen. Gemüse - und Obst auf dem Markt direkt vom Bauern zu kaufen kann ich sowieso empfehlen. Ist viel günstiger als im Supermarkt und schmeckt richtig lecker. 


Natürlich möchte ich euch hier nicht nur vor schwärmen, was wir hier für leckere Marmelade haben und wie toll sie schmeckt, sondern euch auch direkt das Rezept verraten! 
Zum Rotkohl einmachen möchte ich mich aber nicht mit fremden Federn schmücken. Da hab ich selbst gegooglet und "geklaut". Hab ich nämlich dieses Jahr auch zum ersten Mal gemacht. Bin schon ganz gespannt, wir er schmecken wird. Das Rezept findet ihr hier


Die Zwetschgenmarmelade und der Holundergelee sind aber durch ausprobieren höchst persönlich in meiner Küche entstanden. Keine Sorge, bis jetzt hat's jedem geschmeckt...


Rezept Pflaumenmarmelade 

1kg Pflaumen 
1Pk. Gelierzucker 2:1 (500g,  ich nehme den "Extra Gelierzucker" von Dr. Oetker)
2 Pk. Vanillezucker/Vanilinzucker 
etwas Vanilleschote geraspelt
1-2 Tl Zimt
Zitronensäure

So gehts: 
Zuerst wascht und entsteint ihr die Zwetschgen. Das ist definitiv die leidigste Arbeit an dem ganzen Spaß. Vielleicht könnt ihr jemand dazu verdonnern zu helfen, ansonsten Musik an, Kneipchen raus und entsteinen und entsteinen und entsteinen...
Wenn ihr das geschafft habt, füllt ihr die ganzen halbierten Früchte (ihr könnt sie auch vierteln) in einen großen Topf und gebt einen Schuss Wasser dazu. (Das mache ich vor allem, damit nix anbrennt) Jetzt müssen die Früchte erst einmal einkochen bis sie zerfallen. Das dauert schon so ca. 45 Minuten bei mittlerer Hitze. Dann habt ihr ein ganz schönes Gematsche im Topf. Normalerweise zerfallen die Zwetschgen ziemlich und wer es grob mag, muss sie nicht pürieren. Wer aber wie ich, jemanden hinter sich stehen hat, der nur ein "Stückchen in der Zwetschgenmarmelade gehen gar nicht" auf den Lippen hat, der muss jetzt pürieren. Das Ergebnis wird dann eindeutig feiner und samtiger. Alles pürieren, bis keine Fasern und Stückchen mehr zu sehen sind. Jetzt solltet ihr eine rot-magenta-mäßige Masse im Topf haben. Die Masse wird nun gewürzt. Zuerst den Zimt dazu (seid erst mal vorsichtig, wenn es zu viel Zimt ist, dann bekommt ihr den Geschmack nicht mehr weg), Dann kommt Zitronensäure dazu. Und als nächstes den Vanillezucker, wer mag gibt noch etwas echte gemahlene Vanille dazu. Wer es noch weihnachtlicher möchte kann sich an dieser Stelle auch mal mit Nelken oder sowas austoben. Die müssen aber raus bevor der Gelierzucker kommt. Das ist nämlich der nächste Schritt, wenn die Masse schmeckt und schön duftet kommt der Gelierzucker dazu. Den rührt ihr unter und lasst ihn kurz mit aufkochen. Bevor ihr nun alles in Gläser füllt, macht erst mal den Geliertest. Dazu nehmt ihr einen Klecks Marmelade auf ein Tellereben und schaut ob es geliert, wenn es kalt wird. Wenn ja, dann jetzt ab ins Glas mit der Marmelade. Deckel drauf, Glas rum drehen und auf dem Kopf stehend auskühlen lassen.


Rezept Holundergelee

1 kg Holunderbeeren 
1 Pk. Gelierzucker 2:1
Zitronensäure 
Vanillezucker nach belieben 

So geht's: 

Den Holundergelee gibts bei uns pur, also ohne Gewürze. So mögen wir ihn einfach am liebsten. Man kann natürlich auch hier noch etwas Zimt dazu geben oder den Gelee mit Apfel oder Pflaumen mischen. Schmeckt auch sehr lecker. 

Auch beim Holundergelee steht die frimelige Arbeit an erster Stelle. Die ganzen kleinen roten Kügelchen müssen vom Strunk entfernt werden. Absolute Strafarbeit, aber es geht relativ einfach, wenn ihr die Kugeln mit einer Gabel vom Strunk abzieht. Wenn ihr das Chaos hinter euch gebracht habt, müsst ihr den Holunder entsaften. Jetzt dürfen alle jubeln, die einen Entsafter haben. Alle anderen und ich müssen erst die Kugeln kurz mit etwas Wasser einkochen und dann durch ein Küchenhandtuch auspressen. Ich würde hier mal aus eigener Erfahrung empfehlen, Handschuhe zu tragen. Das hab ich natürlich nicht gemacht und hatte einen Tag lang eine lila-farbene Hand. Sehr schick, echt! 
Wenn ihr den Saft nun ausgepresst habt, kommt er zurück in den Topf und wird zusammen mit der Zitronensäure und dem Geliermittel aufgekocht. Beim Holundergelee bildet sich eine kleine lila Schaumschicht auf dem Saft, wenn er fertig ist. Außerdem könnt ihr beobachten, wie der Saft  beim kochen schlieren zieht. Dann ist er gut und kann ebenfalls ab ins Glas! 


Meine lieben, ich wünsche euch viel Spaß beim einkochen! Ich hoffe meine Rezepte gefallen euch. Wenn ihr mögt, teile ich auch noch die Bratapfelmarmelade mit euch, wenn sie fertig ist. Die ist noch etwas ausgefallener. 

Habt ihr vielleicht auch noch tolle Rezepte zum Einkochen jetzt im Herbst? 

Bis bald, 

eure Goldmarie 




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9 Kommentare

  1. Holunder habe ich bisher noch nicht verarbeitet, aber es reizt mich schon sehr. Da werde ich jetzt mal die Augen offen halten. Vielen Dank für die Rezepte.
    Herzlichst Ulla

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  2. Mhm Pflaumen- ist mit Rhababarbermarmelade meine liebste, so lecker!Holundergelee habe ich noch nicht probiert, kenne nur den Sirup, aber ist ja nicht aus der Beere...
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Sirup ist auch super lecker, hab ich auch dieses Jahr gemacht. Die Beeren schmecken aber ganz anders. Musst du unbedingt mal testen. :)

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  3. Das klingt super, super lecker und die Gläser sehen auch so schön aus :-)
    Lg Ronja

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  4. Ich wollte dieses Jahr auch Holunderbeeren verarbeiten, kam aber irgendwie nicht dazu... Leckere Sachen hast du da eingekocht! Bin schon auf deine Bratapfelmarmelade gespannt! :)
    Und mit dem Bauern etc. geb ich dir Recht: Alles schmeckt viel viel besser. Als ich noch zu Hause gewohnt hab, war es völlig normal, die frischen Himbeeren, Johannisbeeren, Äpfel, Kartoffeln oder Rhabarber aus dem eigenen Garten zu verwenden. Lange hatte ich jetzt nicht die Gelegenheit dazu. Jetzt wohne ich wieder ländlicher und hab direkt einen Obstbauern neben mir, der lauter Leckereien hat :)
    Lieben Gruß,
    Jenny

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    1. Das ist ja richtig toll, sowas ist der absolute Vorteil vom Leben auf dem Land. in der Stadt hat man leider nicht sooo viele Möglichkeiten außer dem Supermarkt...Oder man muss eben ein bisschen fahren.

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  5. Ich liebe es Marmelade selbst zu machen, die schmeckt tausendmal besser als die gekaufte. Generell versuche ich gerade so viele Lebensmittel wie möglich selbst zu machen. Deine Marmeladen sehen total lecker aus, deine Rezepte probiere ich auf jeden Fall mal aus. :) Übrigens kann man auf Mundraub.org schauen wo etwas wild wächst.

    Liebe Grüße, Judith

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    1. Oh danke, da werde ich mich mal durch klicken. Vielleicht gibts ja ein paar gute Büsche in meiner Nähe ;)

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